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Wiener Walzer

Der Wiener Walzer ist ein schneller Walzer im 3/4-Takt, der eng mit Wien, österreichischer und mitteleuropäischer Tanzmusik sowie der Ballsalonkultur des 19. Jahrhunderts verbunden ist. Er steht außerdem in Verbindung mit älteren mitteleuropäischen Drehtänzen wie t…

Wiener Walzer

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Was es bedeutet

Der Wiener Walzer ist ein schneller Walzerstil im 3/4-Takt, eng verbunden mit Wien, österreichischer und mitteleuropäischer Tanzmusik sowie der Ballsaaltradition des 19. Jahrhunderts. Er steht auch in Verbindung mit älteren mitteleuropäischen Drehtänzen wie dem Ländler und liegt damit zwischen volkstümlichen Wurzeln, Gesellschaftstanz und Konzertmusik.

Er teilt die Grundform des Walzers mit drei Zählzeiten pro Takt, aber sein Tempo, sein Schwung und sein Lilt lassen ihn anders wirken als einen langsameren Walzer. Eine einfache Begleitung im Wiener Walzer wird oft als oom-pah-pah beschrieben: ein tiefer Basston auf Zählzeit 1, danach leichtere Akkordanschläge auf den Zählzeiten 2 und 3.

Gezählt wird weiterhin 1 2 3, aber die Musik fühlt sich oft eher wie ein fließender Kreis pro Takt an als wie drei getrennte Schritte.

Das Grundgefühl

Der stärkste Akzent liegt meistens auf Zählzeit 1. Die Zählzeiten 2 und 3 sind leichter und erzeugen so die Drehbewegung des Tanzes. Bei schnellen Tempi empfinden Spieler und Tänzer oft einen größeren Puls pro Takt, während die drei inneren Zählzeiten trotzdem erhalten bleiben.

Eine praktische Akzentform ist EINS zwei drei | EINS zwei drei.

In vielen Aufführungen im Wiener Stil kommt die zweite Zählzeit in der Begleitung minimal früh, wodurch sie den Tänzer in die Drehung hineinzieht, während Zählzeit 3 einen Hauch spät liegen kann. Dieses Microtiming ist eines der Details, die den Wiener Walzer von einem allgemeinen schnellen Walzer unterscheiden.

Diese Nuance darf nicht zu zufälligem Eilen werden. Der Groove braucht weiterhin eine klare Downbeat, einen stabilen größeren Puls und ein konstantes Tempo, besonders wenn Tänzer beteiligt sind.

Eine gängige Zählweise oder ein Pattern

Beginne damit, Viertelnoten zu zählen: 1 2 3 | 1 2 3.

Füge dann das gängige Begleitpattern hinzu:

  • Zählzeit 1: Basston, Grundton oder tiefer Schlag auf Drum oder Klavier
  • Zählzeit 2: Akkord oder leichterer oberer Klang, oft mit einem subtilen Vorwärtsimpuls
  • Zählzeit 3: Akkord oder leichterer oberer Klang

Für Pianisten, Gitarristen, Akkordeonisten oder Spieler in der Rhythm Section kann das als tief - Akkord - Akkord | tief - Akkord - Akkord geübt werden.

Für Drummer oder Percussionisten, die das Feel übertragen, liegt ein klarer tiefer Klang auf Zählzeit 1 und leichtere Klänge auf den Zählzeiten 2 und 3. Vermeide, alle drei Zählzeiten gleich schwer zu spielen, sonst verliert der Tanz seinen Auftrieb.

Instrumente und Rolle im Ensemble

Im orchestralen Wiener Walzer markieren tiefe Streicher, Tuba oder Bassinstrumente oft Zählzeit 1, während Mittelstimmen in Streichern, Bläsern oder klavierähnlichen Texturen die Zählzeiten 2 und 3 füllen. Die Melodie kann in langen Phrasen über der Begleitung schweben, deshalb muss die Rhythm Section den Tanzpuls stabil halten, ohne steif zu klingen.

In kleineren Volksmusik-, Salon- oder Tanzensembles können dieselben Rollen von Akkordeon, Gitarre, Klavier, Bass, Violine, Klarinette oder anderen regionalen Instrumenten übernommen werden. Die genaue Besetzung variiert je nach Ort, Epoche und Ensemblegröße.

Die Aufgabe der Begleitung besteht nicht nur darin, drei Zählzeiten zu zählen. Sie soll ein schnelles, rotierendes Tanzgefühl stützen: geerdet auf Zählzeit 1, schwebend auf den Zählzeiten 2 und 3 und über mehrere Takte hinweg phrasiert.

Variationen

Der Wiener Walzer ist nicht ein einziges Pattern, das überall gleich gespielt wird. Tempo, Artikulation, Rubato, Begleitstil und Platzierung der Zählzeiten variieren je nach Region, Tanzsituation, Ensemble und Tradition.

Ballroom-Versionen brauchen für Tänzer oft ein sehr konstantes Tempo. Konzertversionen können mehr expressives Push and Pull verwenden, besonders an Phrasenenden oder Übergängen. Manche Arrangements betonen ein knackiges oom-pah-pah; andere gestalten die Offbeats eleganter und verbundener.

Das Tempo ist ein wichtiger Teil der Identität. Ein Wiener Walzer ist in der Regel deutlich schneller als ein langsamer Walzer, oft etwa 160 bis 180 Viertelnoten-Schläge pro Minute. Im Ballroom-Kontext ist ein häufiger Referenzwert etwa 60 Takte pro Minute, also ungefähr 180 Viertelnoten-Schläge pro Minute. Diese Zahlen sind Richtwerte, keine Regeln für jede Aufführung.

Häufige Verwechslungen

Wiener Walzer vs. Walzerrhythmus: Ein Walzerrhythmus ist jedes grundlegende 3/4-Walzerfeel. Der Wiener Walzer ist eine spezifische schnelle Walzertradition mit schwungvollem Ballroom-Charakter und einem markanten Lilt.

Wiener Walzer vs. langsamer Walzer: Beide stehen im 3/4-Takt, aber der langsame Walzer hat normalerweise mehr Raum zwischen den Zählzeiten und ein breiteres, sanfteres Feel. Der Wiener Walzer bewegt sich schneller und fühlt sich oft wie ein großer Puls pro Takt an.

3/4 vs. 6/8: Der Wiener Walzer wird normalerweise als drei Viertel-Zählzeiten gezählt: 1 2 3. Im 6/8 ist das übliche Feel oft zwei punktierte Viertelpulse: 1 und a 2 und a. Beide können fließend wirken, aber die Gruppierung der Beats ist unterschiedlich.

Schnelles Tempo vs. gehetztes Feel: Schnell zu spielen bedeutet nicht, nach vorne zu drängen. Selbst wenn Zählzeit 2 eine leichte Wiener Vorwegnahme hat, sollte die Downbeat verlässlich bleiben.

Übung zum Spielen oder Hören

  1. Stelle ein Metronom auf ein angenehmes langsames Tempo, zum Beispiel 100 BPM, wobei der Klick die Viertelnote ist. Zähle 1 2 3 laut mit.
  2. Klatsche nur Zählzeit 1, während du alle drei Zählzeiten zählst: KLATSCH zwei drei. Halte das Klatschen entspannt, aber klar.
  3. Füge auf deinem Instrument die Begleitform hinzu: tiefer Klang auf Zählzeit 1, leichtere Akkorde auf den Zählzeiten 2 und 3.
  4. Steigere das Tempo allmählich in Richtung 160 bis 180 BPM. Erhöhe die Geschwindigkeit erst, wenn die Offbeats leicht und gleichmäßig bleiben.
  5. Für eine schwierigere Variante stellst du das Metronom so ein, dass es nur einmal pro Takt klickt. Behandle jeden Klick als Zählzeit 1 und fülle die Zählzeiten 2 und 3 innerlich aus.
  6. Wenn das Grundpattern stabil ist, experimentiere mit einer sehr leicht frühen Platzierung von Zählzeit 2. Halte Zählzeit 1 fest am Klick, damit der Lilt nicht in Eilen umschlägt.
  7. Höre einen traditionellen oder orchestralen Wiener Walzer und tippe nur die Downbeats mit. Achte darauf, wie sich die Musik innerhalb des Taktes schnell, über die Phrase hinweg aber geschmeidig anfühlen kann.

vom Soundbrenner Team

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