Die Musik des Orients ist bekannt für ihre einfachen Schlaginstrumente, die in komplexen Rhythmen und Grooves gespielt werden. Es ist unmöglich, sich diesen Klängen zu entziehen, sobald du sie hörst.
Heute sprechen wir über die Stars dieses Genres: orientalische Schlaginstrumente. Sie zeichnen sich durch ihre schlichte Bauweise, beeindruckende Verzierungen, anspruchsvolle Spieltechniken und kunstvolle Rhythmusmuster aus.
Wie viele orientalische Schlaginstrumente kennst du? Lass uns einige der wichtigsten gemeinsam entdecken, um sie besser zu verstehen.
Darbuka
Eines der bekanntesten Schlaginstrumente ist die Darbuka, eine mittelgroße, kelchförmige Trommel, die für ihren tiefen, anhaltenden und fantastischen Klang berühmt ist. Sie wird in vielen Ländern von Ägypten bis zur Türkei gespielt und hat je nach Region verschiedene Ausprägungen mit feinen Unterschieden in den unterschiedlichen Kulturen des Orients.
Früher bestand der kelchförmige Korpus aus Ton, während das Trommelfell aus Ziegen- oder Fischhaut gefertigt wurde. Heute werden meist gegossenes Aluminium oder Glasfaser für den Korpus und synthetische Häute für das Trommelfell verwendet.
Ägyptische Darbukas haben abgerundete Ränder am Trommelfell, die schnelle Wirbel ermöglichen, während türkische Darbukas flache Ränder besitzen, die Fingerschnipp-Techniken erleichtern. Varianten der Darbuka sind Dirbakki, Doumbek und Derbake.
Darbukas erzeugen mit verschiedenen Schlagtechniken einen beeindruckenden, tiefen Klang. Mit den Handflächen schlägt man in die Mitte des Trommelfells für Basstöne, den sogenannten Doum-Klang, während die Finger an den Rändern für höhere Töne sorgen.
In vielen Musikgruppen ist die Darbuka das Haupt-Schlaginstrument, oft begleitet von einer Riq. Auch in westlicher Musik wird sie häufig zusammen mit anderen Schlaginstrumenten eingesetzt. Viele Künstler präsentieren die Darbuka auch als Soloinstrument.
Mazhar, auch Bendir oder Daff genannt
Ein Leitfaden für orientalische Schlaginstrumente muss die Rahmentrommeln enthalten, denn sie stehen im Mittelpunkt religiöser Musik. Im arabischen Raum spricht man von Daff, in Ägypten heißt sie Mazhar und in der Türkei sowie Nordafrika Bendir. Alle diese Instrumente haben einen ähnlichen Aufbau: einen Holzrahmen und ein Trommelfell aus Ziegen- oder Fischhaut, wobei sie sich in Größe und Klanghöhe leicht unterscheiden. Heute werden oft synthetische Häute und ein Stimmsystem verwendet, um die gewünschte Tonhöhe zu erreichen.
Diese Trommeln werden vor allem bei Sufi-Zeremonien und als Begleitung zum Gesang gespielt. Sie sind bis heute sehr beliebt in der Volks-, Pop- und religiösen Musik des Orients.
Sagat
Bauchtänzerinnen sind ein wichtiger Teil der orientalischen Kultur, und ihr bevorzugtes Schlaginstrument sind die Sagat, kleine Fingerzimbeln aus Messing. Traditionell trägt man sie am Daumen und am dritten Finger beider Hände und schlägt sie gegeneinander, um einen hellen Zimbelklang zu erzeugen. Neben Bauchtänzerinnen werden Sagat auch in Schlagzeugorchestern als Verzierung eingesetzt. Sie haben eine lange Geschichte in Orchestern und Militärkapellen, sind aber meist nicht das Haupt-Schlaginstrument.
Während kleinere Sagat oder Zillis von Bauchtänzerinnen genutzt werden, bevorzugen Orchester und Kapellen größere Ausführungen.
Davul, auch Tupan oder Katim genannt
Das größte Mitglied der orientalischen Schlaginstrumente ist die Davul, auch Tupan genannt, eine große, doppelseitige Trommel, die mit Stöcken gespielt wird. In der arabischen Musik ist sie nicht sehr verbreitet, dafür aber in der türkischen und Roma-Musik äußerst beliebt und wird in der Türkei oft als König der Trommeln bezeichnet.
Die Davul wird mit zwei Stöcken auf beiden Seiten gespielt. Der größere Stock mit gebogenem Kopf erzeugt den Doum-Klang, also den Bass, während der kleinere, gerade Stock die hohen Tak-Klänge hervorbringt. Traditionell wurde sie für die Marschmusik des osmanischen Heeres verwendet. Die schwerere Rahmentrommel ist in arabischen Ländern beliebt, und Katim ist eine weitere große Rahmentrommel, die einen dumpfen Klang erzeugt. Diese große Trommel wird mit Händen und Fingern gespielt und unterstützt andere Schlaginstrumente, indem sie Dum- und Tak-Klänge betont.
Riq
Das Instrument, das ein ganzes Schlagzeugorchester ersetzen kann, ist die Riq, eine der bedeutendsten Trommeln der orientalischen Musik. Sie ist eine relativ kleine Rahmentrommel mit fünf doppelten Schellenpaaren an den Seiten und erinnert an ein Tamburin. Traditionell besteht der Rahmen aus Holz, das Trommelfell aus Ziegen- oder Fischhaut. Moderne Riqs haben oft synthetische Trommelfelle.
Die Riq bietet eine beeindruckende Bandbreite an Klängen und Spieltechniken – von komplexen Rhythmusmustern und kunstvollen Fingerwirbeln bis hin zu Schüttelbewegungen. In traditionellen arabischen Musikgruppen (Takht genannt) war die Riq früher das Haupt-Schlaginstrument, heute wird sie meist von der Darbuka begleitet.
Fazit
Schlaginstrumente sind das Herz der orientalischen Musik. Sie schaffen Rhythmen und Grooves, die das Publikum fesseln – dank ihrer großen Klangvielfalt.
Auch wenn es eine Herausforderung ist, diese Instrumente zu meistern, sind sie nicht allzu schwer zu erlernen und zu spielen. Wenn du dich in diese Klänge verliebt hast, kannst du noch heute anfangen, eines dieser Instrumente zu spielen!
Über den Autor:
Daniel Karni – Inhaber von Ethnic Musical. Experte für türkische und arabische Musikinstrumente seit 2008. Mehrfachinstrumentalist und Liebhaber orientalischer Musiktraditionen, spielt Oud, Saz und Ney.
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