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Grundlagen der Taktarten

Ein Taktmaß ist das Symbol am Anfang eines Stücks oder eines neuen Abschnitts, das dir zeigt, wie die Schläge in Takten organisiert sind.

Grundlagen der Taktarten

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Was dieses Thema erklärt

Eine Taktart ist das Symbol am Anfang eines Stücks oder eines neuen Abschnitts, das Musiker:innen zeigt, wie die Schläge in Takte organisiert sind.

Die meisten Taktarten verwenden zwei Zahlen. Die obere Zahl sagt dir, wie viele zählbare Einheiten im Takt sind. Die untere Zahl gibt an, welcher Notenwert als schriftliche Einheit verwendet wird, zum Beispiel Viertelnote, Achtelnote oder halbe Note.

Zum Beispiel bedeutet 4/4 normalerweise, dass es vier Viertelschläge pro Takt gibt. 3/4 bedeutet, dass es drei Viertelschläge pro Takt gibt. 6/8 wird mit sechs Achtelnoten im Takt geschrieben, fühlt sich aber oft wie zwei größere punktierte Viertelpulse an.

Eine Taktart sagt dir nicht, wie schnell die Musik ist. Das Tempo gibt die Geschwindigkeit an. Ein 3/4-Walzer mit 90 BPM und eine 3/4-Ballade mit 60 BPM haben die gleiche Taktart, aber unterschiedliche Tempi.

Das zentrale Denkmodell

Stell dir eine Taktart als sich wiederholenden Behälter für Rhythmus vor.

Der Takt ist der Behälter. Der Schlag ist der Hauptpuls, den du darin spürst. Die Unterteilung zeigt, wie jeder Schlag in kleinere Teile aufgeteilt wird. Akzente helfen deinem Ohr zu erkennen, wo der Takt beginnt und wie die Schläge gruppiert sind.

Im 4/4-Takt fühlt sich der Takt oft wie vier Hauptpulse an:

1 2 3 4

Schlag 1 ist normalerweise der stärkste Schlag, weil er den Anfang des Taktes markiert. Schläge 2 und 4 können in vielen populären Stilen als Backbeat betont werden. Das ergibt ein typisches Schlagzeuggefühl wie Bassdrum auf 1 und 3, Snare auf 2 und 4.

Im 6/8-Takt enthält der notierte Takt sechs Achtelnoten:

1 2 3 4 5 6

Aber das größere musikalische Gefühl sind oft zwei Pulse mit Akzenten auf 1 und 4:

EINS 2 3 VIER 5 6

Du kannst auch jeden punktierten Viertelschlag als drei gleichmäßige Silben zählen:

1 la li 2 la li

Manche Musiker verwenden 1-trip-let 2-trip-let für die gleiche Idee.

Die wichtige Idee ist, dass Notation, Zählen und Gefühl zusammenwirken. Die Taktart gibt den Rahmen vor, aber der Groove entsteht dadurch, wie Musiker Akzente, Unterteilungen und Phrasierungen innerhalb dieses Rahmens setzen.

Wichtige Begriffe, die du zuerst brauchst

  • Pulse: Das gleichmäßige, zugrunde liegende Pochen, zu dem du mit dem Fuß mitwippen kannst.
  • Schlag: Die wichtigste zählbare Einheit im Takt. In vielen einfachen Taktarten ist der Schlag eine Viertelnote. In vielen zusammengesetzten Taktarten fühlt sich der Schlag oft wie eine punktierte Viertelnote an.
  • Tempo: Die Geschwindigkeit des Pulses, meist in BPM gemessen. Die untere Zahl der Taktart bestimmt nicht das Tempo.
  • Takt: Ein vollständiger Durchlauf der Taktart. Wird auch als „Taktmaß“ bezeichnet.
  • Taktart: Das Muster aus betonten und unbetonten Schlägen, das den Takt gruppiert erscheinen lässt.
  • Unterteilung: Kleinere gleiche Teile des Schlags, wie Achtelnoten, Sechzehntelnoten oder Triolen.
  • Akzent: Eine Note oder ein Schlag, der mit zusätzlicher Betonung, Gewicht, Länge oder Bedeutung gespielt wird.
  • Rhythmus: Das tatsächliche Muster aus gespielten Klängen und Pausen innerhalb des Taktes.
  • Groove oder Feel: Die Art, wie Rhythmus, Timing, Akzente, Artikulation und Zusammenspiel ein musikalisches Gefühl erzeugen.

Wie Musiker zählen

Musiker zählen Taktarten, indem sie das Taktmuster laut oder innerlich wiederholen. Das Zählen sollte zur Art passen, wie sich die Musik anfühlt, nicht nur wie sie auf dem Papier aussieht.

In einfachen Taktarten teilt sich jeder Hauptschlag natürlich in zwei gleiche Teile. Ein 4/4-Achtelnoten-Zählmuster ist:

1 und 2 und 3 und 4 und

Ein 4/4-Sechzehntelnoten-Zählmuster ist:

1 e und a 2 e und a 3 e und a 4 e und a

In 3/4 zählst du normalerweise drei Viertelnoten-Schläge:

1 2 3

Mit Achtelnoten:

1 und 2 und 3 und

In zusammengesetzten Taktarten teilt sich jeder gefühlte Schlag oft in drei gleiche Teile. In 6/8 zählt man oft:

1 la li 2 la li

oder:

1-tri-o-let 2-tri-o-let

Wenn du jede notierte Achtelnote in 6/8 verfolgen willst, kannst du so zählen:

1 2 3 4 5 6

Ungerade Taktarten werden oft in kleinere Gruppen gezählt. Zum Beispiel kann 5/8 als 2+3 gruppiert werden:

1 2 1 2 3

oder als 3+2:

1 2 3 1 2

Beide sind 5/8, aber sie fühlen sich unterschiedlich an, weil die Akzente an verschiedenen Stellen liegen.

Wie du es hörst

Um eine Taktart zu hören, achte darauf, wo das Muster scheinbar neu beginnt. Dieser Neustart ist meist Schlag 1 des nächsten Taktes.

Schlag 1 hat oft besonderes Gewicht. Er kann durch einen Basston, eine Kickdrum, einen Akkordwechsel, einen melodischen Höhepunkt, einen Beckencrash oder eine stärkere Silbe in der Gesangslinie markiert sein.

Nachdem du Schlag 1 gefunden hast, zähle, wie viele Hauptimpulse bis zum nächsten Schlag 1 kommen. Wenn du ein sich wiederholendes Muster aus vier Impulsen hörst, ist es vielleicht 4/4. Wenn du drei Impulse mit einer stark-schwach-schwach-Betonung hörst, ist es vielleicht 3/4. Wenn du zwei große Impulse hörst, die jeweils in drei kleinere Teile unterteilt sind, ist es vielleicht 6/8.

Sei vorsichtig: Akzente können das Metrum verschleiern. Synkopen können die Offbeats betonen. Ein Schlagzeuger kann einen Backbeat auf 2 und 4 in 4/4 spielen, wodurch diese Schläge stärker hervortreten als Schlag 1. Eine Melodie kann vor dem Takt beginnen. Die Taktart ist nicht immer gleich dem lautesten Rhythmus.

Ein nützlicher Hörtest ist, zuerst die kleinste gleichmäßige Unterteilung zu klopfen und sie dann zu gruppieren. Bei 7/8 klopfe sieben schnelle Impulse und höre auf eine Gruppierung wie 2+2+3, 2+3+2 oder 3+2+2. Der Takt kann sich ungleichmäßig anfühlen, aber der Zyklus wiederholt sich trotzdem konstant.

Häufige Anfängerfehler

Zu denken, dass die untere Zahl das Tempo bestimmt. Tut sie nicht. 2/2 ist nicht automatisch schneller als 2/4. Das Tempo bestimmt die Geschwindigkeit. Die Taktart bestimmt die Organisation.

Nur die obere Zahl zählen, ohne die Akzente zu spüren. 6/8 fühlt sich nicht immer wie sechs gleichmäßige Schläge an. In vielen musikalischen Situationen fühlt es sich wie zwei große Schläge mit jeweils drei Unterteilungen an.

Rhythmus mit Taktart verwechseln. Ein Rhythmus ist das Muster, das du spielst. Die Taktart ist die wiederkehrende Struktur, in der dieses Muster liegt. Du kannst viele verschiedene Rhythmen in derselben Taktart spielen.

Annehmen, dass jeder Takt die gleiche Akzentstruktur hat. Die Taktart gibt einen Rahmen vor, aber musikalische Phrasierung kann die Akzente verschieben. Ein Funk-Groove in 4/4, ein Marsch in 4/4 und eine Ballade in 4/4 können sich sehr unterschiedlich anfühlen.

Jeden ungewöhnlichen Takt als ungerade Taktart bezeichnen. Ungerade Takte haben meist ungleichmäßig gruppierte Schläge, wie 5/8 oder 7/8. Ein weniger vertrauter Takt ist nicht automatisch ungerade. Zum Beispiel ist 12/8 in Blues, Gospel, Balladen und anderen Stilen üblich und hat oft ein klares zusammengesetztes Gefühl.

3/4 und 6/8 verwechseln. Beide können auf dem Papier sechs Achtelnoten enthalten, fühlen sich aber meist unterschiedlich an. 3/4 hat drei Viertelnoten-Schläge: 1 und 2 und 3 und. 6/8 hat oft zwei punktierte Viertelnoten-Schläge: 1 la li 2 la li.

Übungsweg

  1. Starte mit 4/4. Stelle ein Metronom auf 70 BPM. Zähle 1 2 3 4 zu jedem Klick. Klatsche acht Takte lang nur auf Schlag 1, dann acht Takte lang auf Schlag 2 und 4.
  2. Füge Unterteilungen hinzu. Behalte den gleichen Klick und sage 1 und 2 und 3 und 4 und. Klatsche zuerst auf die Zahlen, dann auf die "und"s.
  3. Probiere 3/4 aus. Halte den Klick gleichmäßig und zähle 1 2 3. Betone Schlag 1 mit einem lauteren Klatschen. Achte auf den kürzeren Dreier-Zyklus.
  4. Vergleiche 3/4 und 6/8. Zähle für 3/4 1 und 2 und 3 und. Für 6/8 zähle 1 la li 2 la li. Nutze wenn möglich die gleiche Metronomgeschwindigkeit und spüre, wie sich die Akzente verändern.
  5. Übe eine ungerade Gruppierung. Stelle den Klick auf eine angenehme Geschwindigkeit und zähle 5/8 als 1 2 1 2 3. Klatsche bei jeder 1. Dann drehe es um zu 1 2 3 1 2.
  6. Verschiebe den Klick auf größere Orientierungspunkte. Lass im 4/4-Takt den Klick nur den ersten Schlag jedes Taktes markieren. Zähle die fehlenden Schläge selbst. So prüfst du, ob dein innerer Puls stabil ist.
  7. Hör zu und erkenne. Wähle einen Song, Loop oder eine Übung. Tippe den Puls, finde das sich wiederholende Schlag 1 und entscheide dann, ob sich der Takt wie 2, 3, 4 oder eine ungerade Gruppierung anfühlt.

vom Soundbrenner Team

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