Was es ist
Eine Achtelnote ist ein Notenwert, der halb so lang dauert wie eine Viertelnote. In der gängigen Notation passen zwei Achtelnoten in einen Viertelschlag, vier in eine halbe Note und acht in eine ganze Note.
Im 4/4-Takt, wenn die Viertelnote der Hauptschlag ist, teilt die Achtelnote jeden Schlag in zwei gleich große Teile. Deshalb ist sie eine der ersten und nützlichsten Unterteilungen, die Musiker lernen.
Wichtig ist: Eine Achtelnote ist nicht automatisch der Beat. Sie ist ein rhythmischer Wert. Ob sie sich wie der Beat oder wie eine Unterteilung anfühlt, hängt vom Takt, Tempo und Musikstil ab.
Wie du sie zählst
Im 4/4-Takt zählt man Achtelnoten meistens so:
1 und 2 und 3 und 4 und
Die Zahlen liegen auf den Hauptschlägen der Viertelnoten. Das Wort „und“ liegt genau zwischen den Schlägen.
Wenn du im 4/4-Takt gleichmäßige Achtelnoten klatschst, klatschst du auf jede Zahl und jedes „und“. Klatschst du nur die Viertelnoten, klatschst du auf die Zahlen: 1 2 3 4.
Deshalb werden Achtelnoten oft genutzt, um Unterteilungen zu üben: Sie zeigen genau, wo die Mitte zwischen den Schlägen ist.
Wie sie sich anfühlen
Gerade Achtelnoten fühlen sich gleichmäßig an: Der Abstand von „1“ zu „und“ ist genauso groß wie von „und“ zu „2“. Ein einfacher Weg, das zu spüren: Tippe mit dem Fuß auf die Zahlen und klatsche sowohl die Zahlen als auch die „unds“.
In vielen Rock-, Pop-, Funk-, Country-, Folk- und elektronischen Grooves sorgen Achtelnoten für einen stetigen Vorwärtsdrang. Ein Gitarrist könnte abwechselnd Abschlag und Aufschlag auf Achtelnoten spielen. Ein Bassist spielt vielleicht Achtelnoten auf den Grundtönen. Ein Schlagzeuger spielt Achtelnoten auf der Hi-Hat, während Bassdrum und Snare den Groove definieren.
Achtelnoten können sich je nach Stil auch unterschiedlich anfühlen. Im Swing- oder Shuffle-Feeling werden geschriebene Achtelnoten oft ungleichmäßig gespielt. Das heißt aber nicht, dass jede Swing-Achtel exakt wie ein Triolenverhältnis ist; die Abstände ändern sich je nach Tempo, Stil und Musiker.
Wo sie vorkommen
Achtelnoten tauchen fast überall auf: Melodien, Basslinien, Schlagzeug-Patterns, Strumming-Patterns, Klavierbegleitung, Gesangsrhythmen und Bläserlinien.
Im 4/4-Takt könnte ein einfacher Rock-Drum-Groove Achtelnoten auf der Hi-Hat haben:
Hi-Hat: 1 und 2 und 3 und 4 und
Snare: Schläge auf 2 und 4
Bassdrum: Schläge auf 1 und 3
Im 6/8-Takt bestehen die sechs geschriebenen Unterteilungen des Takts oft aus Achtelnoten:
1 2 3 4 5 6
Aber der gefühlte Puls sind oft zwei größere Schläge, meist als punktierte Viertel gezählt:
1 und a 2 und a
Der gleiche Notenwert kann also in verschiedenen Takten unterschiedliche musikalische Rollen spielen.
Häufige Fehler
- Zu denken, Achtelnoten sind immer der Beat. Im 4/4-Takt sind sie meist Unterteilungen des Viertelschlags. In manchen Takten oder Tempi können sie sich näher am Hauptpuls anfühlen.
- Das „und“ zu früh zu spielen. Anfänger setzen den Offbeat oft zu nah an die nächste Zahl. Das „und“ sollte bei geraden Achteln genau zwischen den Schlägen liegen.
- Achtelnoten mit Sechzehntelnoten verwechseln. Achtelnoten teilen eine Viertelnote in zwei Teile: „1 und“. Sechzehntelnoten teilen sie in vier Teile: „1 e und a“.
- Gerade Achtel mit Swing-Achteln verwechseln. Gerade Achtel sind gleichmäßig verteilt. Swing-Achtel werden mit einem lang-kurz-Gefühl gespielt, das je nach Stil variiert.
- Akzente ignorieren. Eine Reihe von Achtelnoten ist nicht automatisch gleichmäßig. Akzente auf 2 und 4, auf die Offbeats oder auf den Anfang jeder Gruppe können den Groove komplett verändern.
Üben mit dem Metronom
- Stelle das Metronom auf ein angenehmes Tempo, zum Beispiel 70 bpm. Jeder Klick ist ein Viertelschlag.
- Zähle laut: 1 und 2 und 3 und 4 und. Halte die Zahlen mit dem Klick.
- Klatsche auf jede Zahl und jedes „und“. Achte auf gleichmäßige Abstände zwischen allen Klatschen.
- Jetzt tippe mit dem Fuß nur auf die Zahlen, während du alle Achtelnoten klatschst. So trennst du den Beat von der Unterteilung.
- Betone nur die Zahlen: 1 und 2 und 3 und 4 und.
- Dann betone nur die Offbeats: 1 und 2 und 3 und 4 und. Das ist nützlich für Funk, Reggae, Ska, Disco und viele synkopierte Stile.
- Für eine schwierigere Variante stelle das Metronom so ein, dass es nur auf 2 und 4 klickt. Zähle trotzdem alle Achtelnoten und lass die Offbeats nicht verrutschen.
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