Mittlerweile kennen Musiker auf der ganzen Welt die berühmte Szene aus Whiplash. Sie wurde zu einem der meistzitierten Momente des Films und inspirierte unzählige Memes in den sozialen Medien. Aber wie vermeiden wir als Drummer eigentlich, zu hetzen oder zu schleppen?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zuerst die Ursache des Problems verstehen. Hetzen und Schleppen entstehen oft aus demselben Grund: Wir üben bei bestimmten Tempi, die sich für uns angenehm anfühlen. Als Gewohnheitstiere haben wir alle bevorzugte Tempi, auf die wir beim Üben von Grooves immer wieder zurückgreifen.
Zum Beispiel fühlen sich manche Rock-Drummer am wohlsten, wenn sie in 4/4 bei 100 bpm spielen, während Jazz-Drummer oft standardmäßig 120 bpm in 6/8 wählen. Das Problem wird dadurch verstärkt, dass viele von uns das Üben mit Metronom vernachlässigen. Wenn der Rock-Drummer dann gebeten wird, ohne Metronom zu einem Song bei 80 bpm zu spielen, kann es passieren, dass er schleppend spielt. Genauso kann es sein, dass der Jazz-Drummer beim Spielen eines Rock-Grooves bei 100 bpm zu hetzen beginnt.
1. Übe mit einem Metronom
Es versteht sich von selbst, dass die einfachste langfristige Lösung darin besteht, mit einem Metronom oder Klicktrack zu spielen. Hetzen kommt häufiger vor als Schleppen, also übe deine Grooves unbedingt auch bei langsameren Tempi, zum Beispiel bei 40 bpm.
Dadurch trainierst du dein Muskelgedächtnis, verinnerlichst den Rhythmus und kannst – paradoxerweise – langfristig sogar schneller spielen.
2. Trenne Grooves und Fills
Oft fügen wir am Ende eines Grooves automatisch einen Fill ein, und das ist auch richtig so. Trotzdem ist es wichtig, beim Üben Groove und Fill voneinander zu trennen.
Viele Drummer kennen den Groove besser als den Fill und hetzen dann, um am Ende eines Taktes oder einer Phrase die Hände rechtzeitig für den Fill in Position zu bringen. Wenn du einen Fill in- und auswendig kennst, kannst du ihn überall im Song spielen – und nicht nur nach einem bestimmten Groove.
Mit dieser Übung verbesserst du nicht nur deine Technik, sondern auch dein Timing und reduzierst Fehler durch Hetzen oder Schleppen.
3. Nimm deine Übesessions auf
Im Flow der Musik verliert man sich leicht im Moment. Das ist zwar nicht schlecht, aber wenn dein Körper in den Autopilot-Modus schaltet, nimmst du dein eigenes Spiel oft weniger bewusst wahr.
Deshalb ist es so hilfreich, sich selbst aufzunehmen. Beim Anschauen erkennst du sofort Timing-Unstimmigkeiten und kannst sie beim nächsten Durchgang gezielt verbessern. Um dich selbst zur Verantwortung zu ziehen, könntest du auch ein Videotagebuch führen, um sicherzustellen, dass du dich ständig weiterentwickelst.
Probiere aus, wöchentliche Übevideos hochzuladen und uns @soundbrenner zu taggen, um motiviert zu bleiben.
4. Nutze ein vibrierendes Metronom
Apropos Soundbrenner: Unsere Wearables sind genau dafür gemacht, Probleme mit Hetzen und Schleppen zu lösen. Wenn du den Beat fühlst statt ihn zu hören, kannst du das Tempo eines Songs leichter wahrnehmen und präziser spielen.
Wenn du hetzt, spürst du das Feedback, weil die Vibration nach deinem Schlag kommt – und umgekehrt, wenn du schleppst. So kannst du Tempofehler schnell und direkt korrigieren. Noch besser: Ohne Klicktrack wirst du nicht von nervigen Geräuschen abgelenkt.
5. Groovt gemeinsam mit dem Bassisten
Wenn du in einer Band spielst, konzentriere dich intensiv darauf, was dein Bassist spielt. Ihr beide seid für das rhythmische Fundament verantwortlich, deshalb ist eine starke Verbindung zwischen euch ein Muss.
Auch wenn die Faustregel gilt, dass der Bassist deinem Rhythmus folgt, solltet ihr aktiv aufeinander hören und euch gegenseitig rhythmisches Feedback geben. Ein tightes Bass-Schlagzeug-Duo macht aus guten Bands großartige Bands.
Und da hast du sie: fünf Tipps, um Hetzen oder Schleppen in den Griff zu bekommen. Wenn du die Schritte oben befolgst, wird dir beim Band-Üben hoffentlich nie ein Becken an den Kopf geworfen. Viel Erfolg und viel Spaß beim Üben!
Über Soundbrenner
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